-299 Tage  Anmeldung für Wiesbaden, jedes Jahr ein neues Ziel, also die Mitteldistanz für 2015. Weiteres Ziel: Keiner soll es wissen!
-289 Tage  Trainingsplan erstellt, es kann losgehen.
-228 Tage  Weihnachten öffnet mir die Augen – warum gerade Wiesbaden? Die Beschreibung des Rennens in einem der neuen Bücher lässt mich ins Grübeln kommen.
-221 Tage   Mehrere Halbmarathons, zwei Olympische Distanzen und einen Sprint als Vorbereitung sowie das Training im Verein und alleine werden die Basis für den Saison-Höhepunkt bilden. Immer noch weiteres Ziel: Keiner soll es wissen!
-18 Tage  Auf ins letzte Trainings-Highlight zum Mohrenwirt nach Fuschl. Schnell von Dirk Bockel noch drei Tipps abgeholt. Tipp 1: Fahr dein eigenes Rennen und keinem hinterher. Tipp 2: Spare Kraft für die zweite Hälfte der Radstrecke auf. Tipp 3: Der HM ist schwerer als erwartet, die Höhenmeter im Park werden ab Runde 3 sehr schmerzhaft.
-14 Tage  Probe am Berg mit Pablo, letzte Höhenmeter schieben (grrr). Gutes Gefühl, nunmehr live zu wissen, wie man (sich) am Berg (ver-) schaltet und den Wechsel aus Auf- und Abstiegen nehmen muss.
-3 Tage  Ich werde nervös, Koffer sind gepackt, Rad gecheckt, Auto abfahrbereit.  Mein Ziel: Finishen. Meine Herausforderung: Das Schwimmen.
-2 Tage  Auf geht’s, Wiesbaden in Gluthitze erreicht. Ab an See (beruhigend), Radstrecke mit Auto abgefahren (nicht beruhigend), Startunterlagen abgeholt (Herz pocht), Wechselbeutel vorbereitet, Material-Check, Pasta-Loading, Night-Run zum Streckentest absolviert. Finde kaum Schlaf. Mein Ziel: Finishen. Meine Herausforderung: Die Radstrecke.
-1 Tag  Gluthitze, wie soll das bloß morgen werden. Wettkampfbesprechung (Gänsehaut), Abgabe der Wechselbeutel, Pasta-Loading, Rad-Check-In, Pasta-Loading, Puls schlägt den ganzen Tag merklich höher. Mein Ziel: Finishen. Meine Herausforderung: Das Rennen.
Tag 0 Wecker klingelt um 05:00, Duschen, anziehen, ab zum Frühstück, umziehen in Rennoutfit, Verpflegung gemischt und eingepackt, ab zum Shuttle-Bus zum Raunheimer Waldsee, das Wetter angenehm kühl und bewölkt.
06:45:00  Bike gefunden, hergerichtet, Wechselbeutel bestückt, entleert und sortiert. Trinkvorrichtungen gefüllt (Dank der Aufregung die Hälfte über das Rad geschüttet), Riegel verteilt, Druck auf die Pneus gegeben, Dixi gefunden, Neo angezogen und ab zum Einreihen für den rollierenden Start (wirklich gute Idee!).
08:00:00  Die Pro’s starten.
08:10:00  Die AKs gehen auf die Reise.  Der rollierende Start nach erwarteten Schwimmzeiten ist eine wirklich gute Idee.
08:19:30  Ab ins Wasser, kein Zurück mehr, es geht los. Das Wasser ist mit 23 Grad sehr angenehm, die Kiesgrube hat eine gute Wasserqualität und dank der Startintervalle kein übermäßiges Getümmel. Dies wird das erste angenehme Schwimmen in meiner TRI-Karriere. Warum beschlägt jetzt nur die nagelneue Schwimmbrille? The Fog is with you. Der Australische Ausstieg nach 1.400m ist ein wirklicher Kick für die letzten 500 Meter, hier Bestzeit abgeliefert.
09:04:26  Raus aus dem Wasser, ab zu T1, umsichtig umgezogen, auf alles geachtet, Zeit war nebensächlich (behaupte ich hinterher). Vorsichtshalber noch schnell das Rad-Trikot übergezogen – auch wegen der drei Taschen für Riegel und Gel – hier muss der Vereinseinteiler einen Nachteil verbuchen.
09:11:35  Ab die Post mit dem Bike, zunächst moderater Start, erste kleine Hügel (die 1.400 Höhenmeter kündigen sich an) und ab Kilometer 20 das Gefühl, dass es eigentlich nur Bergauf geht. Am Wolkenbruch der erste Schwur (ich erinnere mich an Fuschl) – aber geschafft. Dies gibt den Kick für den fast 4km Kriechgang auf die 500m hohe Wiesbadener Platte, die ich mit 10 km/h erklimme. Die Radstrecke ist landschaftlich wirklich schön, in jedem Ort eine Party und die besten Fans. Es setzt Regen ein und in den Waldabschnitten ist es deutlich kühler als auf freier Strecke. Strecken-Verpflegung wirklich gut, mein erster Flaschenabwurf geht voll daneben, die nächste wird ein Drei-Punkte-Wurf. Das Gefühl, dass es eigentlich nur Bergauf geht, verfestigt sich, die Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt. Tacho piept, kriege das Mistding nicht zum Schweigen. Am letzten Aufstieg zweimal schön verschaltet, egal. Zum Glück kommt nach 80km der Abstieg und 67km/h in Spitze bringen das Rad zum Zittern (und mich auch). Tipp 1 und Tipp 2 von Dirk umgesetzt – hat sich bewahrheitet!
12:55:35  Radentgegennahme wie die Profis, T2 deutlich schneller abgefeiert und rein in die kunterbunten Laufschuhe, runter mit dem Radtrikot, Wetter jetzt sonnig und hitzig, Wechselbeuteln in die Drop-Off-Box geworfen (ganz Profi).
12:59:33  Los geht’s mit dem Laufen, gutes Gefühl, endlich wieder gerade machen. Jede Verpflegungsstation mitgenommen, Kopfschmerz begonnen und Cola mit Salz getrunken (hilft!), Steine im Schuh – anhalten, dicke Knie ab Runde drei – weiterlaufen und lockerbleiben. Die beiden letzten nach Gefühl gelaufen, da der Uhr der Akku ausgegangen ist.  Tipp 3 beherzigt. Frage mich, warum manche Teilnehmer fünf Schwämme benötigen…
15:06:37  Was für ein Gefühl nach 06:47h ins Ziel zu kommen und dazu noch durch den Ironman 70.3 Bogen zu laufen. Kaum zu glauben, überglücklich, stolz und fröhlich. Und: Ich habe es (bis auf den Tippgebern und meiner Familie) keinem vorher erzählt (das hole ich jetzt nach) 🙂
+1  Schlafen, Frühstück, Rückfahrt, Müdigkeit. Muskelkater in den Kniekehlen und ein bisschen Leere.
+2 bis +7  Müdigkeit und Hunger (die 4.700 verbrannten Kalorien machen sich bemerkbar) begleiten mich die Woche, zum Glück keinerlei weitere Blessuren oder Muskelkater.
Danke  An Ahmet für das Bike-Fitting, den Tipp mit der Trinkbox am Lenker und die neue Kassette sowie die Tretlager-Reparatur zwischendrin (P.S. die Laufrichtung der Contis war dann vor dem Rennen richtig rum drauf J ). An Leana für ihre Renngeschichte aus Wiesbaden. An Dirk für die Tipps und an Pablo für das Radtraining im Salzburger Land. An den ruhigen und klaren Fuschlsee für meine letzten Schwimmtrainings sowie den Mohrenwirt für die gute Regeneration im Urlaub.Und das größte DANKE an meine Frau und Kinder, die mir die Zeit zum Trainieren und Wettkämpfen geschenkt, mich an vielen Strecken in unterschiedlicher Zusammensetzung angefeuert und meine Vorbereitungsspleen und Tunnel ausgehalten haben.
– 364 Tage  … bis zum Start des 70.3 Wiesbaden 2016